Die Ausrüstung

Wie bei allen Hobbys, kommt auch bei der Mikrophotographie (neue Schreibweise: Mikrofotografie, doch ein anderer war schneller bei der Domainbestellung!) der Ausrüstung eine entscheidende Bedeutung zu. Mag bei der direkten Betrachtung im Mikroskop der Unterschied von einem Achromaten zu einem Planachromaten oder gar Planapochromaten nicht so augenfällig sein (da das Auge einiges nachkorrigiert), so legt das Bild auf traditionellem Kleinbildfilm die Bildfehler schonungslos offen. Will man daher die besonders schönen Ergebnisse seiner Präparationsbemühungen festhalten, kommt man um die bessere Optik, sprich Planachromate oder Planapochromate, nicht herum. Im Laufe der letzten 25 Jahre habe ich zwei Instrumente für die nachfolgenden Aufnahmen benutzt und Stück für Stück zusammengekauft:

Das Modell E von Olympus, mit dem die meisten lichtmikroskopischen Schwarz-Weiss-Aufnahmen aus dem Bereich der Cytologie und Genetik entstanden sind. In den Binokulartubus (in Studentenzeiten war an einen Trinokulartubus nicht zu denken!) wurde ein Photookular eingesetzt und an einem Tischstativ angesetzt eine Olympus OM 2 adaptiert.
Zusammen mit der Einstellscheibe 12 und der einzigartigen Belichtungssteuerung dieser Kamera, die bestimmt als Legende in die Mikrofotografie-Geschichte eingehen wird, wurden Hunderte von Agfaortho 25 und Agfapan-Filme belichtet.

Der Wunsch nach etwas Besserem führte schließlich Anfang der 80er Jahre zu dem Forschungsmikroskop Olympus BH-2, Nomarkski-Interferenzkontrast und einer Auflicht-Fluoreszenzeinrichtung sowie einer zunächst von Olympus leihweise überlassenen PM-10-AD spot-Mikrofotografieeinrichtung. Als Leihgebühr stellte ich der Firma einige Bilder für die Bestückung ihrer Präsentationen auf Ausstellungen und Messen zur Verfügung, und letztendlich wechselte die PM-10-AD spot in meinen Besitz. Ausgestattet ist das BH-2 mit Planachromaten 10, 20, 40 und 100 sowie mit 2 "Augäpfeln" meiner Objektivsammlung: einem 20/0.70 SPlanapochromat und einem 40/0.95 SPlanapochromat mit Deckglaskorrektur. Das Traumobjektiv SPlanapochromat 60/1.30 Öl blieb bis jetzt nur mein Wunschtraum - aber es ist doch schön, noch (offene) Träume zu haben!

Wie man sieht, bin ich ein überzeugter Olympus-Fan und wurde durch eine zu Studentenzeiten leihweise für meine Diplomarbeit überlassene Phasenkontrasteinrichtung für das Modell E auf Olympus geprägt. Kein anderer Mikroskophersteller hätte einem x-beliebigen Studenten für den in Aussicht gestellten MIKROKOSMOS-Artikel eine Phasenkontrasteinrichtung überlassen!

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